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Das Pilotprojekt zur Grundwassersanierung wurde in den
Jahren 1994 bis 2000 in den Gebieten Pucking/Weißkirchen und Obere
Pettenbachrinne durchgeführt. Ziel des Pilotprojektes war es Erfahrungen
mit Maßnahmen zur Grundwassersanierung zu sammeln.
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Ergebnisse
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Hohe Teilnahmequoten
Von 175 Betrieben in den beiden Projektgebieten nahmen 123 teil. Diese
123 Landwirte bewirtschafteten insgesamt 75% der Fläche. Da die Teilnahme
am Pilotprojekt freiwillig war, ist diese Quote sehr
zufriedenstellend und ein eindeutiger Erfolg einer gelungenen
Motivationsarbeit. Die Teilnahmequote stellt eine gute Basis für eine
Grundwassersanierung dar und konnte während der gesamten
Projektlaufzeit gehalten werden.
Eine Hürde für die Motivation der Teilnehmer waren
die Nicht-Teilnehmer. Für zukünftige Projekte ist daher neben einer
hohen Teilnahmequote und einer ausreichenden Beratung auch die
Kontrolle der Nicht-Teilnehmer wesentlich.
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Kaum noch Schwarzbrache im Winter
Das Ausmaß der geförderten Fläche, auf der die Landwirte
Zwischenfrüchte anlegten, nahm im Verlauf des Pilotprojektes zu. Im
Jahr 2000 waren nur mehr 8% der Teilnahmefläche über den Winter
Schwarzbrache. Der sehr hohe Anteil an begrünter Fläche (92%)
wurde erzielt, obwohl im Pilotprojekt nur für 33% dieser Fläche
Fördermittel für Einzelmaßnahmen zur Begrünung ausbezahlt wurden.
Die restliche Fläche wurde durch das Umweltprogramm ÖPUL gefördert
oder es waren Winterungen (Wintergetreide, Winterraps) angebaut.
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Nicht nur quantitative, auch qualitative Fortschritte
konnten bei der Zwischenbegrünung erzielt werden: die Zunahme der
Maßnahmenfläche ist vor allem darauf zurückzuführen, dass
Landwirte vermehrt winterharte Zwischenfrüchte anlegten. Diese
können im Gegensatz zu abfrostenden Zwischenfrüchten auch über den
Winter noch Nitrat aus dem Boden aufnehmen. Zu Beginn des
Pilotprojektes waren die Landwirte jedoch skeptisch, da sie
befürchteten, dass im Frühjahr das Einarbeiten der winterharten
Zwischenfrüchte in den Boden Probleme bereiten könnte. Die
Wasserschutzberatung konnte jedoch in Schauversuchen diese Bedenken
ausräumen. Die höhere Abgeltung für winterharte
Zwischenfrüchte als für abfrostende trug ebenfalls zur steigenden
Akzeptanz unter den Landwirten bei. In jedem Fall lag die Abgeltung
höher als die Kosten für den Landwirt. |
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Mulchsaat |
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Beachtliche Steigerungen wurden auch bei der Mulchsaat
erzielt. Das Ausmaß der Untersaaten blieb hinter den Erwartungen
zurück.
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Niedrige Nitratgehalte im Boden nach
Zwischenbegrünung
Im Spätherbst wurde der Nitratgehalt im Boden
gemessen um den Effekt der Zwischenfrüchte zu überprüfen. Der
überwiegende Teil der Felder, auf denen Zwischenfrüchte
angelegt worden waren, hatte sehr niedrige Nitratgehalte, bei Schwarzbrache
überwogen sehr hohe Nitratgehalte. Je nach Wetter im Herbst
waren manchmal die winterharten Zwischenfrüchte effektiver (1998),
manchmal die abfrostenden Zwischenfrüchte (2000).
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Der Nmin - Gehalt des Bodens (Nitrat +
Ammonium) war im Spätherbst auf Feldern mit Zwischenfrüchten nur
halb so hoch wie bei Schwarzbrache. Winterungen (Wintergetreide,
Winterraps) lagen in der Mitte. |
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Zunahme des Grubenraums
59 Betriebe nahmen die zusätzliche Förderung des Landes
Oberösterreich für die Erweiterung des Grubenraums in Anspruch, die
parallel zum Pilotprojekt angeboten wurde. Die Lagerkapazität
für Gülle, Jauche und Hausabwässer wurde dadurch nahezu
verdoppelt und reicht nun bei allen Betrieben in den
Projektgebieten für mindestens 6 Monate. Die Landwirte müssen
nun den Wirtschaftsdünger nicht mehr "entsorgen", sondern
können ihn zielgerichtet dann verwerten, wenn eine Düngung notwendig
ist. |
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Bodennahe Gülleausbringung
Eine weitere Optimierung der
Wirtschaftsdüngeranwendung durch den Einsatz moderner Geräte
gelang nicht im vollen Ausmaß. Immerhin wurden jedoch von den
Landwirten zwei Schleppschlauchverteiler angeschafft und ein
überbetriebliches Ausbringungsgerät auf 5% der Fläche eingesetzt.
Die relativ langsame Umstellung auf neue Geräte ist
damit zu erklären, dass viele Landwirte noch gut funktionstüchtige
Geräte herkömmlicher Bauart besitzen, die erst nach und nach gegen
neue ausgetauscht werden. |
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Gezielte Düngung durch Beratung
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Richtlinien für die
sachgerechte Düngung |
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Eine Düngung nach den Richtlinien für die
sachgerechte Düngung des BMLFUW war zu Projektbeginn bei ca. 1/3 der
Betriebe nicht Stand der landwirtschaftlichen Praxis. Die größte
Schwierigkeit stellte die Anrechnung der Nährstoffe im Wirtschaftsdünger
dar. Die Wasserschutzberater konnten jedoch mit großem Zeitaufwand
schrittweise Verbesserungen erzielen. Die Landwirte beziehen nun den
Wirtschaftsdünger bei der Düngeplanung weitgehend ein und
haben ihren Mineraldüngeraufwand reduziert. |
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Die Lysimetermessungen zeigten, dass dadurch in vielen
Fällen ein sinkender Nitrattrend im Sickerwasser erzielt
werden kann. Auf leichten, seichtgründigen Böden, wie sie im
Bereich von Pucking auftreten, reicht jedoch die praxisübliche
Einhaltung der Richtlinien für die sachgerechte
Düngung für eine Grundwassersanierung sehr häufig nicht aus.
Die Stickstoffdüngermenge sollte in diesem Fall sehr sorgfältig
bemessen oder niedriger angesetzt werden.
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Verbesserte Nährstoffbilanzierung
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Nährstoffbilanz |
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Durch eine Gegenüberstellung von Nährstoffzufuhr und
Nährstoffbedarf der landwirtschaftlichen Kulturen konnten die Landwirte
im Rahmen der freiwilligen Stickstoffbilanzierung Düngefehler erkennen
und in Zukunft korrigieren. Zu Beginn des Pilotprojektes waren
bei 1/3 der Mais- und Wintergetreideschläge Stickstoffüberbilanzen
festzustellen. Die Wasserschutzberater konnten diesen Anteil durch die
Einzelberatung der Landwirte bei Mais auf 1/4, bei Getreide auf 1/5
reduzieren.
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Beispiel Mais: |
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Einführung der Nmin- Sollwertmethode |
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Erstmals wurde in Österreich die Nmin -
Sollwertmethode zur Stickstoffdüngeberatung großflächig eingesetzt.
Dabei wird von einem Sollwert, der dem Pflanzenbedarf entspricht, der
Gehalt an mineralischem Stickstoff im Boden (Nmin)
abgezogen. Die Differenz ergibt die erforderliche Düngemenge. Die Düngemenge
wird also an Pflanzenbedarf und Bodenvorrat angepasst. Die
Methode wurde bei Wintergetreide, Sommergetreide, Raps und Mais
eingesetzt.
Die Düngeempfehlungen nach der Sollwertmethode
waren meist niedriger, als es der landwirtschaftlichen Praxis
entsprach, wurden aber, vor allem im letzten Jahr, überwiegend
eingehalten. Landwirte, die nach der Sollwertmethode düngten,
erzielten deutlich niedrigere Boden-Nitratgehalte im
Spätherbst, wie im Fall von Silomais anhand von Messungen
nachgewiesen werden konnte. |
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Grundwasserschutz durch Grünlanderhaltung
Messungen mit dem Lysimeter ergaben, dass aus Grünlandflächen
keine nennenswerten Nitratmengen ausgewaschen werden, auch wenn sie
intensiv bewirtschaftet werden (Düngung bis 210 kg N/ha).
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Grünlandfixierung |
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Die Grünlandflächen der Teilnehmer konnten
durch das Pilotprojekt erhalten werden. Wichtig dabei war, dass das
Grünland an der Stelle, wo es sich befindet, bestehen bleiben
musste und nicht nur das Ausmaß der Grünlandfläche gleich zu
bleiben hatte. Wird Dauergrünland nämlich umgebrochen und in
Ackerland umgewandelt, so werden große Mengen an Stickstoff, der
organisch im Boden gebunden war, in Nitrat umgewandelt. Die
Bestimmung des Nitratgehalts einer umgebrochenen Dauergrünlandfläche
im Projektgebiet ergab 457 kg N/ha. Diese Nitratmenge kann von keiner
nachfolgenden Kulturpflanze verwertet werden und stellt eine Gefahr
für das Grundwasser dar. |